„Mein Haus ist von 1968, da geht das nicht." Diesen Satz hören wir fast wöchentlich – und er ist in der Hälfte der Fälle falsch. Was tatsächlich über die Eignung entscheidet, lässt sich vor dem Kauf berechnen.
Zwei Häuser aus demselben Jahr können sich beim Wärmebedarf um den Faktor zwei unterscheiden – je nachdem, ob in den Neunzigern die Fenster getauscht, das Dach gedämmt oder der Estrich erneuert wurde. Deshalb beginnt jede seriöse Beratung nicht mit einem Gerätevorschlag, sondern mit einer Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Sie sagt raumweise, wie viel Wärme das Gebäude am kältesten Tag braucht.
Erst mit dieser Zahl lässt sich beurteilen, ob die vorhandenen Heizflächen die Wärme auch bei niedriger Vorlauftemperatur in den Raum bringen. Und genau daran entscheidet sich die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe.
Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je kleiner der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizwasser ist. Als praktische Grenze gilt: Liegt die benötigte Vorlauftemperatur an den kältesten Tagen unter etwa 55 °C, läuft eine Luft-Wasser-Wärmepumpe wirtschaftlich. Zwischen 55 und 65 °C wird es zur Rechenfrage. Darüber lohnt sich zuerst eine Maßnahme an der Hülle oder an den Heizflächen.
Den Wert können Sie selbst grob prüfen: Drehen Sie an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur Ihrer Anlage in Schritten von fünf Grad herunter und beobachten Sie einige Tage, ob alle Räume noch warm werden. Wenn Ihre Heizung im Januar mit 50 °C auskommt, ist das ein starkes Signal.
„Wir haben Häuser von 1962 auf Wärmepumpe umgestellt und mussten dafür keinen Quadratmeter Fassade anfassen – dafür drei Heizkörper tauschen."
Wenn ein einzelner Raum nicht warm wird, liegt das selten am ganzen Gebäude, sondern an einer zu kleinen Heizfläche. Ein größerer oder tieferer Heizkörper mit gleicher Anschlussgeometrie kostet einen Bruchteil einer Fassadendämmung und wird an einem Vormittag getauscht. Typische Reihenfolge, in der wir Maßnahmen prüfen:
Technisch geeignet und nachbarschaftlich verträglich sind zwei verschiedene Dinge. Für die Außeneinheit prüfen wir vor Ort: Abstand zur Grundstücksgrenze, Ausblasrichtung, Bodenaufbau für die Schwingungsentkopplung und den Weg für das Kondensat. Eine Aufstellung in einer Innenecke zwischen zwei Wänden verdoppelt die empfundene Lautstärke, weil der Schall reflektiert wird – ein Fehler, der später kaum zu korrigieren ist.
Im Haus brauchen wir Platz für den Pufferspeicher und, falls kein separater Warmwasserspeicher vorhanden ist, für die Trinkwassererwärmung. In vielen Altbauten wird dieser Platz frei, sobald Öltank oder alter Kessel verschwinden.
Wir kommen mit Zollstock und Datenblatt, nicht mit einem Angebot in der Tasche. Vor Ort nehmen wir Heizflächen, Rohrführung, Zählerschrank und Aufstellort auf. Daraus entsteht die Heizlastberechnung und ein Vorschlag mit zwei Varianten: die technisch sinnvollste und die wirtschaftlich günstigste. Wenn Ihr Gebäude aus unserer Sicht noch nicht geeignet ist, sagen wir das – und nennen die Maßnahme, die es geeignet machen würde.
Zur Förderung selbst beraten wir nicht – das übernimmt ein Energieberater aus der Expertenliste des Bundes. Wir liefern ihm die technischen Unterlagen; wie die Zusammenarbeit läuft, steht auf unserer Seite zu Fördermitteln. Technische Details zu den Geräten haben wir auf der Seite Wärmepumpen zusammengestellt.
Nein. Entscheidend ist die benötigte Vorlauftemperatur. Sind die vorhandenen Heizkörper groß genug – oder werden einzelne getauscht –, arbeitet eine Wärmepumpe auch ohne Flächenheizung effizient.
Nicht in jedem Fall. Die Heizlastberechnung zeigt, ob die Gebäudehülle ausreicht. Häufig genügen Einzelmaßnahmen statt einer Komplettdämmung.
Moderne Geräte liegen im Betrieb etwa im Bereich einer normalen Unterhaltung. Wichtiger als der Datenblattwert ist der Aufstellort: ausreichender Abstand, keine schallreflektierende Ecke, schwingungsentkoppelte Montage.
Heizlastberechnung und Heizkörper-Check in einem Termin – kostenfrei und ohne Verpflichtung.